Keinkinder-Tuina


Erste Hinweise auf Kleinkindermassage in der medizinischen chinesischen Literatur finden sich bereits im Huang Di Nei Jing („der Klassiker des Gelben Kaisers zur inneren Medizin), dem ältesten und bis heute massgeblichen Standardwerk der chinesischen Medizin. Doch erst während der Ming-Zeit (1368-1644), wo zahlreiche Bücher über dieses Thema verfasst wurden, entwickelte sich die Heilmassage für Kleinkinder zu einer eigenständigen Disziplin innerhalb der TCM. Diese Kunst basiert auf denselben Theorien wie die Akupunktur und Kräuterheilkunde.

Die chinesischen Ärzte erkannten, dass Kleinkinder nicht einfach junge Erwachsene sind, sondern physiologisch, anatomisch und energetisch noch nicht voll entwickelt sind. Sie stellten ausserdem fest, dass die Akupunkturpunkte und Meridiane, wie sie bei Erwachsenen vorliegen, nicht im gleichen Ausmass für Kleinkinder Gültigkeit haben.
Zur Wiederherstellung des Gleichgewichts im kindlichen Körper entwickelten sie daher ein spezielles Repertoire von Punkten und Behandlungstechniken, das sich von der Akupunktur- und Massagenmethoden für Erwachsene unterscheidet. Es wird hauptsächlich mit Zonen und Linien gearbeitet, vor allem auf der Hand.
Ferner ist für Kinder charakteristisch, dass sich Veränderungen sehr rasch vollziehen. Deshalb benötigen sie meist keine sehr starken Medikamente, um den Genesungsprozess in Gang zu setzen. Das trifft vor allem auf weniger schwerwiegende Erkrankungen zu.
Aus diesem Grund können mit der chinesischen Kleinkindmassage oft rasche Ergebnisse bei der Behandlung von leichten Kinderkrankheiten erzielt werden – ohne Nebenwirkungen, Komplikationen durch Medikamente oder Entwicklung resistenter Erregerstämme.

Besonders für Kinder bis zum 6. Lebensjahr stellt die chinesische Kleinkindermassage eine effektive Präventiv- und  Heilmethode dar, die umso besser wirkt je jünger das Kind ist.

Sie sollte nicht nur von den Therapeuten angewendet werden, sondern die Eltern sollten so mit einbezogen werden, dass sie die nötigen Handgriffe nachvollziehen können und sie in ihren Tagesablauf auf eine möglichst einfache Art einbringen können.
Es ist erwiesen, dass sich jedes Streicheln und jede liebevolle Berührung heilend auf das Kind einwirkt.




Ein breites Anwendungsspektrum findet sich in der Kinderheilkunde.
Kinder sprechen sehr gut auf Kleinkinder-Tuina an. Das ermöglicht die wirkungsvolle Behandlung zahlreicher Krankheitsbilder, ohne dass direkt in den Körper eingegriffen und das Kind mit Akupunkturnadeln oder Arzneimitteln therapiert werden muss.

Die Kleinkinder-Tuina wird angewendet z.B. bei

Verdauungsstörungen: Koliken, Bauchschmerzen, Erbrechen, Verstopfung, Durchfall, Appetitmangel, usw.
Fehlernährungs-Muster
Erkältungen, Husten, Fieber
Zahnen
Nächtliches Weinen und Unruhe,
Angst-Muster
Bettnässen
Übermässiger Speichelfluss
Usw.

Die dem Krankheits-Muster angepassten Anleitungen zur Behandlung durch die Eltern erhalten sie bei mir jedes mal dazu.